My Fair Lady ist ein Musical aus dem Jahr 1956 mit der Musik von Frederick Loewe, sowie Texten und Libretto von Alan J. Lerner. Es handelt sich um eine Adaption von Bernhard Shaws Theaterstück „Pygmalion“. Dabei ist der Titel mehrdeutig und kann beispielsweise übersetzt werden mit „Meine schöne Dame“ oder „Meine Markt-Frau“, außerdem handelt es sich in Cockney um ein Wortspiel auf den Londoner Stadtteil Mayfair.

Das Musical spielt in London um 1912 und handelt vom Aufstieg der Blumenverkäuferin Eliza Doolittle, die nur Cockney spricht. Der Sprachforscher Professor Higgins trifft zufällig auf sie und wettet im weiteren Verlauf mit seinem Freund Oberst Pickering, dass er mit Hilfe seiner linguistischen Kenntnisse Eliza binnen weniger Monate in eine Dame verwandelt, die von höheren Kreisen anerkannt wird. Dies gelingt ihm nach anfänglichen Schwierigkeiten schließlich auch.

Der Inhalt des Musicals

1. Akt

London um 1912: Professor Higgins, ein angesehener Philologe und Phonetiker, trifft nach einem Opernbesuch in Covent Garden auf dem nahegelegenen Blumenmarkt auf die Blumenverkäuferin Eliza Doolittle. Ihre kraftvoll-vulgäre Sprache, die in der englischen Fassung mit starkem Cockney-Dialekt ausgeschmückt ist, nimmt er als Beispiel für die Deformierung der Muttersprache. Higgins glaubt, dass der Mensch sich nicht über seine Herkunft, sondern über seine Sprache definiert. Selbst ein Blumenmädchen wie Eliza, so Higgins, könne ihren Stand verbessern und eine anerkannte Dame sein oder einen respektablen Blumenladen führen, sofern sie richtiges Englisch spräche.
Eliza ist von dieser Vorstellung bezaubert. Die Wünsche, die sie äußert, sind bescheiden: „Ein winziges Kabinett mit eigenem Ofen, Süßigkeiten und nie mehr kalte Füße.“ Denn gerade muss sie jeden Tag um ihren Lebensunterhalt kämpfen und zudem ihren Vater, Alfred P. Doolittle, finanziell unterstützen. Eliza nimmt Higgins’ Gerede für bare Münze und taucht beim Professor auf, um Sprachunterricht zu nehmen. Die Sache ist Higgins kaum einer Diskussion wert, da schlägt ihm sein Freund Oberst Pickering eine Wette vor: Wenn es Higgins gelänge, innerhalb von sechs Monaten aus Eliza eine Dame zu machen, übernähme er die Kosten der Ausbildung. Elizas „Abschlussprüfung“ soll der Diplomatenball im Buckingham Palace sein.
Higgins nimmt die Wette an, Eliza bekommt ein Zimmer in seinem Haus zugewiesen, und es beginnt eine schwere Lehrzeit. Sie muss von morgens bis abends das Sprechen üben und wird von Higgins ruppig und herablassend behandelt, sodass der Unterricht eher einer Dressur gleicht. Darüber kocht Eliza vor Wut und träumt von Rache und davon, wie es wäre, wenn sich eines Tages die Rollen umkehrten.
Endlich gelingt ihr der phonetische Durchbruch. Dies wird euphorisch gefeiert, sodass Eliza vor lauter Freude in der Nacht keinen Schlaf findet. Nun soll sie einen Testlauf in der feinen Gesellschaft bestehen. Professor Higgins und Oberst Pickering wählen dafür das Cricket-Match in Ascot aus. Eliza erhält strenge Vorgaben für die Konversation: Sie soll sich ausschließlich auf das Wetter und die Gesundheit beschränken. Doch auch diese scheinbar unverfänglichen Themen bergen ihre Tücken, und so berichtet Eliza der feinen Gesellschaft, dass ihre Tante „abgemurkst“ worden sei.
Wenig später schockiert sie das Publikum, indem sie einen Spieler mit dem Ausruf „Lauf schneller, oder ich streu dir Pfeffer in den Arsch!“ anfeuert. Ihr unkonventionelles Auftreten in Ascot beschert ihr einen Verehrer aus besseren Kreisen: Freddy Eynsford-Hill ist sehr angetan von der hübschen und erfrischenden Eliza und ihrer „Parodie“ der „modernen Redensarten“. Er beginnt, in ihrer Straße zu patrouillieren, in der Hoffnung, sie wiederzusehen und ihr seine Gefühle zu gestehen.

2. Akt

Der große Abend rückt heran, und Eliza vermag beim Diplomatenball im Buckingham Palace zu brillieren. Sie verzaubert durch ihr außergewöhnliches und anmutiges Wesen. Es wird gerätselt, wer die schöne Fremde sei. Der ungarische Phonetiker Prof. Zoltán Kárpáthy, ein ehemaliger Schüler Higgins’, versucht, Licht ins Dunkel zu bringen, doch niemand kommt dahinter, und alle halten Eliza aufgrund ihres Benehmens für eine Adelige.
Am selben Abend beglückwünschen sich Higgins und Pickering gegenseitig zu ihrer gelungenen Arbeit, ohne Eliza irgendeine Form von Anerkennung für ihre Leistung zuzugestehen. Diese fühlt sich übergangen: Sie wurde dressiert, hat funktioniert, doch der Ruhm geht allein an den Professor, für den sie die Wette gewonnen hat. Sie gibt Higgins zu verstehen, wie sehr sie sich missachtet und erniedrigt fühlt. Auf die Frage, was nun aus ihr werden solle, wirft Higgins ihr Undankbarkeit vor, beschimpft sie als dummes Kind und ist umso erstaunter, als Eliza am nächsten Tag verschwunden ist.
Eliza besucht an diesem Morgen jenes Viertel Londons, in dem sie vor einem halben Jahr noch zu Hause war. Doch dort wird sie nicht mehr erkannt. Für eine Blumenfrau ist sie nun zu fein, für eine feine Dame jedoch fehlt ihr das Geld. Eliza fasst den Entschluss, selbst Phonetik zu unterrichten und Freddy zu heiraten.
Als sie Professor Higgins mit diesem Entschluss konfrontiert, muss dieser erkennen, dass er Eliza vermisst. Das Ende der Geschichte bleibt offen: Während es in Shaws Original eine vom Dichter später formulierte Auflösung gibt (Eliza heiratet Freddy tatsächlich), kommentierte Lerner dies mit den Worten: „Ich weiß nicht, ob Shaw recht hat.“

Wir, die Pramtaler Sommeroperette, verstehen uns als das interessanteste kammermusikalische Operettenfestival im süddeutschen Sprachraum. Weil wir Operette als ernstzunehmendes Genre begreifen und im ländlichen Raum einen niederschwelligen Zugang zur sogenannten „Hochkultur“ bieten.

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