OÖN

Leichtfüßige „Gräfin Mariza“ auf Schloss Zell

Von Karin Schütze  14. Juni 2021 00:04 Uhr

Leichtfüßige "Gräfin Mariza" auf Schloss Zell
Eva Maria Kumpfmüller (Mitte) führt als „Gräfin Mariza“ ein passioniertes Ensemble an.

Die Pramtaler Sommeroperette lädt zu nostalgischer Unterhaltungskunst.

Nach einjähriger Zwangspause schenkt auch der Wettergott der Pramtaler Sommeroperette seinen Segen: Im idyllischen Innenhof von Schloss Zell an der Pram wird mangels Chor (aus Sicherheitsgründen) das Publikum zum freudig fähnchenschwingenden Empfangskomitee für „Gräfin Mariza“. Emmerich Kálmáns Operette lädt als pausenlos gestraffte Version der Koproduktion mit dem Theater an der Rott zum dennoch klar nachvollziehbaren und kurzweiligen Abend.

Regisseurin Elke Maria Schwab belässt das Werk in seiner Zeit, versieht aber manches mit einem Fragezeichen, etwa das Wort „Zigeuner“. Kann sich politische Korrektheit auch ad absurdum führen? Ihre Gräfin Mariza hat im wahrsten Wortsinn die Hosen an. Ihre „Verlobung auf Distanz“ ist nicht Corona geschuldet, sondern ihrer Flucht vor zudringlichen Verehren. Doch dann steht der erfundene Verlobte – welch fatale Namensgleichheit – leibhaftig vor ihr: Baron Koloman Zsupan, dem aus Strauss’ „Zigeunerbaron“ entlehnten „Schweinefürsten“, zollt Ausstatter Florian Angerer in den Ferkeln Referenz, die anstelle antiker Götterstatuen das herrschaftliche, nostalgische Bühnenbild zieren.

Csardas-Feuer und Melancholie

Auch der verarmte Graf Tassilo hat zu einer List gegriffen: Als Gutsverwalter inkognito will er bei der Gräfin die Mitgift für seine Schwester verdienen, die – welch Zufall – der Gräfin Vertraute ist. Man ahnt, was kommen muss, bis die richtigen Paare zueinander gefunden haben.

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